Fischerei in Windisch

 

Zur Geschichte der Fischerei auf Aare und Reuss am ’Wasserschloss’

 

Die Klosterfischer

 

Ab 1314 übertrugen die Grafen von Habsburg dem neugegründeten Kloster Königsfelden das Recht, die Fischerlehen (Fischenzen) auf Aare und Reuss zu vergeben. Ueber Jahrhunderte übten vier Fischer, genannt die Klosterfischer, wovon einer aus Stilli, dieses Lehensrecht aus. 1520 waren dies von Windischer Seite Hans Mäder und Klaus Grimm. Die Windischer Familien Hoffmann, Meier und Siegristen Rauber lösten sich später ab in der Nutzung des Rechts. Inhaber der Fischenz ist heute die Windischer Fischerfamilie Schatzmann. Gemäss dem Historiker Max Baumann war die Fischertradition aussergewöhnlich stark und es gelang das Fischereirecht in die Gegenwart hinüberzuretten. (Zusammenfassung aus dem Kapitel Fischerei, Geschichte von Windisch, Max Baumann).

 


Fischerfamilie Schatzmann

 

Die Fischertradition der Familie Schatzmann wurde durch den Urgrossvater des heutigen Inhabers der Fischenz, Heinz Schatzmann, begründet. Der Grossvater, Johann Schatzmann, war Fischer und Wirt in der ’Fischerstube’ an der Dorfstrasse. Als gelernter Zimmermann befasste er sich zudem auch mit dem Bootsbau im Bootshaus an der Reuss (siehe Kap. Bootsbau) und der Herstellung von Fischernetzen für den Verkauf an Dritte. 

Fischenz Windisch

 

Die ’Aare-Reuss-Fischenz’ reicht in der Aare bis zur Brunnenmühle, in der Reuss bis zur Lindmühle Birmenstorf (Autobahnbrücke) und Aareabwärts bis zur ’Platte’ Lauffohr. Die Insel Maierislischachen in der Reuss ist Bestandteil der Fischenz.

 

 

Fischereirevier

Ausstellung Fischerei
 

General-Anzeiger vom 19. Mai 2016
 
Die Fischerei-Gerätschaften für die Ausstellung sind von Heinz Schatzmann zur Verfügung gestellt worden. 

 

 

Beschreibung Bildergalerie


-Kurzer Weidling: Von Johann Schatzmann ca. 1930 gebauter Weidling der im Spinnereikanal eingesetzt wurde.
-Grosse Fangnetze: Spreitgarn, Zuggarn, Stellnetz, Spiegelnetz
-Reusen, Fäumer (Schöpfbeeren), Fischbehälter
-Werkstatt Schiffsbau mit alten Geräten, Giessen Bleigewichte, Lehren Abmessungen Weidling
-Geräte für die Fischzucht

-Stachel-Spitze aus Stilli ca. 17./18. Jhd. (ganz unten links)

-Stechgabel für den Fischfang aus Stilli ca. 17./18. Jhd.: Fischfang-Methode 'Zünden und Stechen', d.h. mit Licht wurden in der Nacht die Fische (Lachse) überrascht und mit der Gabel gejagt (Bild mit nachgestellter Szene).