Nach mehr als zwei Jahrhunderten wieder Tüchel gebohrt

 

Internationaler Museumstag vom Sonntag, 20. Mai 2012
Ortsmuseum Schürhof Windisch, 11-16 Uhr
Tüchel (oder Teuchel) sind durchbohrte Holzstämme die früher als Röhren für Wasserleitungen dienten. Im Jahre 1782 hat der damals auf dem Schürhof ansässige Klosterzimmermann Daniel Koprio die Leitung für den Klosterbrunnen in Königsfelden mit neuen Tücheln repariert. Gemäss Jahresrechnung 1782 des Hofmeisters zu Königsfelden, Albrecht von Büren, gehörten zum Auftrag 38 grosse und 66 kleine Tüchel. Die Arbeit umfasste damals das Fällen im Wald, Transport, wässern im Weier, bohren und verlegen.
Am Sonntag, 20. Mai 2012 wurden auf dem Schürhof erstmals seit mehr als zwei Jahrhunderten wieder Tüchel gebohrt. Heinrich Bischof und sein Team vom Feuerwehr- und Handwerkermuseum Endingen führten den Besuchern diese uralte Technik eindrücklich vor. Die interessierten Zuschauer konnten feststellen, dass bei den drei Meter langen Holzstücken beim Anbohren von beiden Seiten praktisch keine Massabweichung beim Bohrloch entstand. Als Holz wurde vom Windischer Förster Richard Plüss frisch gefällte Weisstanne verwendet.
Die Besucher hatten zudem Gelegenheit die Museumsausstellung frei zu besichtigen und einen Apéro zu geniessen, was rege benutzt wurde.





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